Herrengasse, 2005
Konzept
Wien

Ulrike Lambert

 

Der älteste Standort von Wüstenrot in Wien, im ersten Wiener Hochhaus in der Herrengasse, die sich hier im Bereich Fahnengasse zu einem kleinen Platz erweitert, ist in einen städtischen Raum eingebunden, der durch architektonische Eingriffe vorsichtig akzentuiert und urban logisch nutzbar gemacht werden soll.

Das Wüstenrot- Kundenbüro, soll von innen nach außen, unverpackt, offen, transparent wirken. Bis auf geringe Adaptionen soll die denkmalgeschützte 30er Jahre Fassade unberührt bleiben. Der Eingang wird in den geschützten, öffentlich zugänglichen Eingangsbereich, den Vorplatz des Hochhauses verlegt und ist dadurch bereits von der Seite Fahnengasse der U-Bahnstation gut sichtbar.

Im Zuge des Umbaues wäre es denkbar die massiven Schaufensterprofile durch zarte Profile, die den heutigen bauphysikalischen Anforderungen entsprechen, auszutauschen. Im Inneren prägt ein durchgehender Raum, der aufgrund der geringen Fläche und der vielfältigen Raumnutzung eine klare Strukturierung fordert. Der Kassenraum wird durch ein schräg situiertes Beratungspult in eine öffentliche Zone mit Wartebereich und eine halböffentliche Zone als Verbindung zu Besprechungsbereich und Zugang zu Pult, Backoffice und Nebenräume geteilt. Die Beratung mit geschützter halböffentlicher Atmosphäre findet in Form von radial aneinandergereihten Besprechungskojen statt. Die Besprechung mit intimer Privatatmosphäre erhält einen abgeschlossen Raum im Anschluss an den Beratungsbereich. 

Gemeinsam mit den Nebenräumen wird er durch eine gekrümmte Holzwand vom Kundenbereich abgeschlossen. Das Backoffice, vom Kundenverkehr weitgehend getrennt, wird in Sichtverbindung und Zugang zum Beratungspult, situiert.

 

Als Werbefläche dient der runde Kiosk, der von allen Seiten gut sichtbar den Haupteingang zum Hochhaus definiert. Die Fassaden sollte durch eine gebogene VSG- Glaskonstruktion ersetzt werden. Ein verstärkter Werbeeffekt und zugleich Ausgleich der Kiosk Proportionen, wird durch die innenliegende Lichtsäule mit kleinerem Radius erzielt.

Die Semiotik der transluzenten roten Lichtsäule mit projizierter Werbeschrift wird durch ein rotes Glaselement im Windfang und zur Herrengasse weitergeführt und leitet den Kunden bewusst um die rote Lichtsäule direkt in den Kassenbereich.